Nach zwei enttäuschenden Niederlagen in Folge waren die von Personalnöten geplagten Schachesel auf den zehnten Tabellenplatz zurückgefallen. Durch einen 13:10-Auswärtssieg beim Satranc Club 2000 II konnte die Poller Mannschaft am 1. Februar 2026 nicht nur die rote Laterne abgeben, sondern auch einen Sprung auf Platz sieben machen. Damit verließ sie die Abstiegsränge.

Durch einen kurzfristigen Ausfall konnte die Heimmannschaft Brett 6 nicht besetzen. Schade für unseren Spieler Steffen Bergfeld, der umsonst angereist war, der Mannschaft durch seine Anwesenheit aber eine 3:0-Führung bescherte.

Werner Zitz legte an Brett 5 einen offensiven Start hin und zog früh die Dame auf h5, um Druck auf den Königsflügel aufzubauen und seinen Gegner zu überraschen. Diese Taktik ging leider nicht vollständig auf. Werners Monarchin wurde kontinuierlich zurückgedrängt, und er verlor dabei etwas an Tempo. Anschließend wogte die Partie hin und her und mündete nach fast 50 Zügen in einem leistungsgerechten Remis zwischen zwei Spielern mit nahezu gleicher Wertungszahl. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Schachesel mit 5:2 in Führung.

Das Spiel an Brett 3 begann mit leichter Verspätung. Satranc II ist an den vorderen Brettern stark besetzt. Auch der Gegner von Dieter Klemm verfügte mit einer DWZ von 1665 über eine beachtliche Spielstärke auf Bezirksklasseniveau, sodass Dieter nicht als Favorit in die Partie ging. Der Poller Spieler konnte die Begegnung jedoch lange offen gestalten. Mit zunehmender Spielzeit gewann der Spieler der Heimmannschaft die Oberhand und erhöhte den Druck auf Dieters Stellung und König. Als Dame und König auf einer Linie standen, war nach einem Turmzug ein erheblicher Qualitätsverlust nicht mehr zu vermeiden. Dieter gab auf. Spielstand: 6:5 für Poll.

An Brett 4 konnte Claus Bürvenich zwar die höhere DWZ aufweisen, doch sein Gegner hatte in der laufenden Saison bereits drei Siege eingefahren. Claus verzichtete mit Schwarz auf die kurze Rochade zugunsten einer Attacke mit dem g-Bauern. Diesen Angriff konnte der Gegner zwar parieren, musste dafür aber einen eingemauerten und praktisch nutzlosen Springer in Kauf nehmen. Durch diesen inaktiven Offizier geriet Weiß im späten Mittelspiel zunehmend unter Druck und hatte Schwierigkeiten, seine Stellung zusammenzuhalten. Schließlich sah sich der Spieler von Satranc II im 28. Zug gezwungen, den „toten“ Springer für zwei Bauern zu geben, um eine Mattdrohung abzuwehren. Unter Zeitdruck wurde seine Lage mit Qualitätsnachteil und ohne aktives Gegenspiel immer aussichtsloser. Nach 3 Stunden und 15 Minuten wurde er mattgesetzt. Spielstand: 9:6 für Poll.

Eine spannende Partie gab es an Brett 2. Dirk Heidtmann hatte einen Turm für einen Läufer gegeben, verfügte mit Schwarz jedoch über die deutlich aktivere und bessere Stellung. Einer seiner Bauern war auf der e-Linie bis zur zweiten Reihe vorgerückt und wurde von einem Läufer gedeckt. Weiß hatte kaum Möglichkeiten, sich aus der Passivität zu befreien, und musste sehr präzise verteidigen, um einen Zusammenbruch zu vermeiden. Letztlich hätte der Spieler von Satranc den Qualitätsvorteil wieder abgeben und Turm gegen Läufer tauschen müssen. Dies ließ der Poller Spieler aufgrund eines Tempovorsprungs jedoch nicht zu. Dirk erwies sich als cleverer Taktiker und Mannschaftsspieler und wickelte die Partie durch mehrfache Zugwiederholung in ein Remis ab. Er wusste, dass selbst bei einer Niederlage von Ralph Weber an Brett 1 der Mannschaftssieg den Schacheseln sicher war. Spielstand: 11:8 für Poll.

Ralph hatte es an Brett 1 mit einem der besten Spieler der Kölner Bezirksklasse Ost zu tun, der eine DWZ von 1791 aufwies. Dennoch zeigte der Poller eine beeindruckende Leistung. Im Endspiel verfügten beide Seiten bei massiven Bauernformationen noch über ihre Läufer, allerdings war Ralph mit einem Bauern im Rückstand. Der Spieler von Satranc II versuchte alles, um diesen kleinen Vorteil in einen Sieg umzuwandeln. Ralph traf jedoch in der entscheidenden Schlussphase die richtigen Entscheidungen und manövrierte seine Läufer so geschickt, dass kein Durchbruch gelang. Nach fast vier Stunden Spielzeit stand das Remis fest – und damit auch der 13:10-Mannschaftssieg der Poller Schachesel.

Das unbesetzte Brett trug dazu bei, dass die Heimmannschaft nicht wenigstens ein Unentschieden erreichen konnte. Ausschlaggebend für den Sieg war jedoch letztlich die gute Tagesform des Poller Teams. Nun folgt eine längere Spielpause bis zum 12. April 2026.

Claus Bürvenich

Die Poller Schachesel treffen sich zu Spielabenden im Bürgerzentrum Engelshof, Oberstraße 96, 51149 Köln. Mit der Bahn ist das Zentrum mit der Linie 7 (Richtung Zündorf) erreichbar.

Von der Haltestelle Berliner Straße sind es etwa 10 Minuten zu Fuß. Wir beginnen um 18.30 Uhr.

Die nächsten Termine (jeweils Dienstag):

10. Februar 2026 in Raum 1 (Erdgeschoss)

24. Februar 2026 in der Gaststätte des Engelshofs

Wer sich für Schach interessiert, ist herzlich eingeladen. Man muss keine großen Erfahrungen im Schach haben, und die Teilnahme ist kostenlos.

Das Bürgerzentrum Engelshof in der Oberstraße, das Spiellokal der Schachesel

Die Schachesel spielen traditionell rund um die Weihnachtszeit ein Blitzturnier. Diesmal handelte es sich allerdings nicht um das Weihnachtsblitz vor dem Fest, sondern um ein Neujahrsblitz. Das Turnier fand am 13. Januar 2026 im Spiellokal, dem Bürgerzentrum Engelshof, statt. Ganz subjektiv berichtet unser Mann vor Ort, Schachesel Dirk Heidtmann.

15. Dezember 2025

Am 3. Advent verloren die ersatzgeschwächten Schachesel mit 10:14 gegen die 6. Mannschaft des Brühler SK.

Durch die Ausfälle von Mannschaftsführer Hermann Meuter und Hubert Pradel mussten die Poller alle Reserven aktivieren, um die sechs Bretter besetzen zu können. Auch wenn es zwischenzeitlich so aussah, als wäre wenigstens ein Punktgewinn möglich, neigte sich das Blatt in der Schlussphase zugunsten der Heimmannschaft.

Am zweiten Spieltag der Bezirksklasse Ost mussten die Schachesel gegen Niederkassel III eine knappe 11:13-Niederlage hinnehmen. Zwischenzeitlich lag man nach der Hälfte der gespielten Partien sogar mit zwei Siegen in Führung. Letztendlich war jedoch die Spielstärke der Niederkasseler an den vorderen Brettern ausschlaggebend dafür, dass der Sieg an die Heimmannschaft ging.