Ohne den nach einem Unfall noch nicht wieder einsatzfähigen Mannschaftsführer Hermann Meuter hatten die abstiegsbedrohten Schachesel gegen die junge und ambitionierte siebte Mannschaft vom Klub Kölner SF einen schweren Stand. An den sechs Brettern konnte nur ein Sieg eingefahren werden, sodass die Poller Truppe eine deutliche 8:16-Niederlage kassierte.
Als frisch gekürter Sieger des vereinsinternen Schnellschachturniers konnte Werner Zitz selbstbewusst an Brett 6 ins Spiel gehen. Er war offenbar immer noch im Schnellschachmodus, denn für die ersten 15 Züge brauchte er nur wenige Minuten Bedenkzeit. Der Spieler vom Kölner SK ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken, sodass der Sieg an die Gästemannschaft ging.
Kurz darauf sah sich auch Hubert Pradel an Brett 5 zur Aufgabe gezwungen, da seine Situation nach dem Verlust eines wichtigen Bauern hoffnungslos war. Nach 90 Minuten lagen die Gastgeber bereits mit zwei Niederlagen im Rückstand.
An Brett 1 hatte Ralph Weber es mit einem 15-jährigen Talent zu tun, das bereits eine stolze Wertungszahl von 1820 aufweisen kann und über Spielpraxis in der Verbandsliga verfügt. Auch wenn Ralph grundsätzlich ein gutes Spiel machte und sich nach Kräften bemühte, musste er der gegnerischen Spielstärke Tribut zollen. Sein Gegner verfügte im Mittelspiel über ein sehr starkes Läuferpaar und einen Mehrbauern. Diese Faktoren zwangen den Schachspieler zur Aufgabe. Der Zwischenstand betrug nun 3:9.
Claus Bürvenich konnte an Brett 4 zumindest Ergebniskosmetik betreiben. Sein Gegner, der seine letzten drei Partien gewonnen hatte, stand im 27. Zug vor einer schweren Entscheidung. Nachdem Claus auf f7 einen Bauern geschlagen und ein Springeropfer angeboten hatte, gab es nur noch zwei Optionen. Die Annahme des Opfers hätte drei Züge später zum Verlust der Dame geführt und die Verweigerung zwei Züge später zu einem Matt. Der Gastspieler fügte sich in sein Schicksal und ließ sich nach zweieinhalb Stunden Spielzeit matt setzen. Spielstand 6:10.
Zu diesem Zeitpunkt war für die Poller Schachspieler nur noch ein Unentschieden möglich, wenn die letzten beiden Partien gewonnen worden wären. Der Spieler des Klubs Kölner SF lobte nach seiner Partie gegen Dieter Klemm an Brett 3 dessen mutige und aktive Spielweise. Leider entschied sich Dieter in der Endphase für das Schlagen eines vergifteten Turms und lief dadurch in eine Mattfalle.
Die letzte noch laufende Partie an Brett 2 hatte beim Zwischenstand von 7:13 keinen Einfluss mehr auf den Ausgang des Wettbewerbs. In einer Endspielstellung, die bei Materialgleichheit sehr nach Remis roch, ging es für Dirk Heidtmann und seinen Gegner nur noch um die persönliche Bilanz. Ein falscher Königszug ließ die Partie zugunsten des Gastspielers kippen. Er verursachte den Verlust eines Bauern und brachte Dirk in Zugzwang. Dirk versuchte zwar noch ein verzweifeltes Manöver, indem er seinen letzten Offizier für einen Bauerndurchbruch opferte, doch der Gegner konnte den Vormarsch mit einem Springerzug stoppen.
Nach zwei Niederlagen in Folge, bei denen nur wenige Brettpunkte gewonnen wurden, stehen die Schachesel am Tabellenende. Doch nachdem die Hälfte der Saison gespielt ist, stehen jetzt fast nur noch Gegner aus der unteren Tabellenregion an. Da die Mannschaften nur ein bis zwei Punkte voneinander trennen, würde bereits ein Sieg am nächsten Spieltag reichen, um die Abstiegsplätze zu verlassen.
Claus Bürvenich