Zur Saisonpremiere mussten die Schachesel eine 11:13 Niederlage hinnehmen. Gespielt wurde im heimischen Engelshof in Porz-Westhoven gegen die freundliche 6. Mannschaft des Brühler SK. Grundsätzlich gehen die Esel aufgrund ihrer guten und jüngst gewachsenen Kaderstärke optimistisch und ambitioniert in die neue Spielzeit. Aber das Fehlen von gleich drei Stammspielern erwies sich als ein zu starkes Handicap.
Werner Zitz verwickelte sich an Brett 5 in ein Damenendspiel. Dabei hatte sein Gegner die Initiative und die aktivere Position. Daraus ergab sich ein verlorenes Endspiel, die erste Entscheidung war zugunsten der Gästemannschaft gefallen.
An Brett 6 sprang Ersatzspieler Hubert Pradel ein und zeigte eine bemerkenswerte Leistung. Sein Brühler Gegenüber konnte zwar die deutlich höhere Wertungszahl vorweisen, aber Hubert bot Paroli und erkämpfte ein verdientes Remis. Glückwunsch an den ältesten Schachesel, der vor wenigen Wochen seinen 88. Geburtstag feiern konnte.
Einen schweren Stand hatte Steffen Bergfeld, der erst vergangenen Dezember sein Debut im Vereinsschach gegeben hatte und dabei schon beachtliche Erfolge erzielen konnte. Durch die vielen Ausfälle musste er auf Brett 3 hochrücken, wo die Trauben etwas höher hängen. Bereits im Mittelspiel erspielte sich sein Gegner einen deutlichen Materialvorteil. Steffen kämpfte zwar tapfer, war aber chancenlos. Die Partie ging an den Brühler SK 6, der Zwischenstand lautete 4:8.
Bei Dirk Heidtmanns Partie an Brett 2 mündete in einem Turmendspiel und endete Remis. Der Schachesel haderte später etwas mit diesem Ergebnis: Seiner Einschätzung nach wäre mehr für ihn drin gewesen. Spielstand: 6:10
An Brett 4 antwortete der Gegner von Claus Bürvenich auf 1. e4 mit der Französischen Verteidigung und überließ Weiß die Initiative. Claus konnte zwar im 31. Zug einen Mehrbauern erobern, aber Endspiele mit verschiedenfarbigen Läufern haben eine starke Tendenz, in Remis zu enden. Das war auch hier nach drei Stunden Spielzeit und 49 Zügen der Fall. Die Niederlage der Poller Schachesel war damit besiegelt, sie lagen mit 8:12 uneinholbar zurück.
Balsam für die Schachesel-Seele lieferte Ralph Weber: Er konnte an Brett 1 einen Sieg einfahren. Auch hier ergab sich ein Endspiel mit gegenfarbigen Läufern, wo Ralph allerdings mit zwei Mehrbauern im Vorteil lag. Dabei war die Bauernstruktur noch recht verstrickt, und phasenweise schien es möglich, dass der Brühler Spieler sich noch in ein Remis retten könnte.
Dann kam dem Schachesel die zündende Idee, einen Bauern zu opfern, um daraus einen brandgefährlichen Freibauern im Zentrum zu entwickeln. Dessen Vormarsch konnte der Brühler Gegenspieler nur stoppen, indem er seinen Läufer und damit den letzten Offizier opferte. Ralph krönte seine starke Leistung nach vier Stunden mit einem verdienten Sieg, der aber keinen Einfluss mehr auf das Wettkampfergebnis hatte.
Neues Spiel – neues Glück (und neue Spitzenleistungen) am 11. Oktober 2026 bei SF Ford II.
Claus Bürvenich